Die erste Leseprobe (G2007)

Die erste Leseprobe
Die erste Leseprobe, Jahr 2007. Stephan entwarf das Symbol. Wenn ich mich recht entsinne, benutzte er die arabischen Buchstaben KVN oder KV und drehte die Buchstaben um neunzig Grad.

Das ist »Krinns Vellin und der Schwarze Orb«. Mit seinen kaum zehn Kapiteln war das Werk damals noch eine überschaubare Kurzgeschichte.

Schon bald danach trennte ich mich aber vom Namensschema »Name Protagonist und der/die/das X« und ich wechselte zu »Die Chronik des Schwarzen Patronus« (das 2018 schließlich zu »Die Nihilumchroniken« wurde).

Schon vorab erkundigte ich mich, wer Interesse an einem Exemplar hätte. Es waren ungefähr dreißig Stück, die ich dann gedruckt habe. Natürlich kein Meisterwerk – im Grunde nur eine Handvoll zusammengefaltete DinA4-Seiten. Trotzdem hat es Spaß gemacht, mein Werk als erstes Printwerk in den Händen zu halten, zu signieren und zu verschicken.

Im Archiv gefunden, die Originaldatei vom zwanzigsten Juni 2007.

Das erste Wort (G2005)

Am Abend des zwanzigsten März 2005 spielte ich einen Videospiel-Klassiker: Thief 2: The Metal Age. Trotz nie verwehender Grandiosität dieses Spieles dank einer sehr aktiven Mod-Community verging keine Sekunde, in der mich das Spiel nicht zur Weißglut brachte.

Alles begann genau an dieser Stelle.

Ich war gerade im Begriff, die zweite Mission Shipping … and receiving zu beginnen, als ich mich fürchterlich aufregen musste, weil ich der Meinung war, dass alles doch viel besser ginge. Allein schon die Tatsache eines Meisterdiebes, der bei seinen Missionen laute Stöckelschuhe trägt und sich seine Waffen, Pfeile und Heiltränke kaufen muss.

Weiterhin natürlich die guten alten Fragen, die ich mir bei Videospielen seit 1994 schon immer gestellt habe und es noch immer tue. Warum haben die Entwickler es nicht auf diese Art und Weise gemacht, warum kann der Spielcharakter dies und jenes nicht, warum wurde hier Potenzial verschenkt, es wäre doch so und so viel besser und und und. Kurzum: Warum macht niemand endlich ein Videospiel, das mir gefällt?

Auf einmal machte es Klick und eine Erkenntnis klopfte an die Tür meines Geistes. Warum sollte ich eigentlich nicht etwas Eigenes erschaffen, anstatt mich ständig mit etwas zu ärgern und zu langweilen? Sofort beendete ich das Spiel und öffnete OpenOffice, damals noch Version 1.

Das erste Wort
Das erste Wort am 20.03. des Jahres 2005 (Klicken für Vollbild) (Da der Post verständlicherweise nicht taggenau zum ersten Wort entstanden ist und ich mir die Mühe der Installation eines uralten Programmes nicht machen wollte, zeigt der Screenshot das Programm LibreOffice, nicht OpenOffice.)

Und da war es.

Ein weißes, digitales Blatt Papier und ein blinkender Cursor, alles geduldig auf meine Eingabe wartend.

Dann war er schließlich geboren. Krinns Vellin. Als Fan von im Grunde allem, was mit Helden und dergleichen zu tun hat, brauchte ich etwas Anderes. Voilà, der Schwarze Patronus war geboren. Der erste Arbeitstitel war »Krinns Vellin und der Schwarze Orb«, was später zu »Die Chronik des Schwarzen Patronus« wurde.

Die erste Idee (G1994)

Am Anfang war das Wort, doch davor war die Idee!

In manchen Instanzen ist zu erfahren, dass G.A.M.E. – God Amongst Men Entertainment im Jahre 1994 ins Leben gerufen wurde. Wie man das als gerade mal Neunjähriger schafft, ist natürlich fraglich. Doch selbst das Größte fing als kleinste Idee an – und so beginnt auch meine Reise.

Screenshot aus „The Gantlet“, einem Level aus Doom 2: Hell on Earth von 1994.

Es war Mitte der Neunziger Jahre, als ich in Berührung mit meinem ersten richtigen Computer sowie der goldenen und für mich immer noch besten Ära der Videospiele kam. Obwohl ich als großer Symphatisant von Egoshootern mit Wolfenstein 3D und Sound via PC Speaker begann, glomm die erste Ideen auf, als ich Doom II: Hell on Earth bei meinem Onkel spielte.

Level 3: The Gantlet. Der letzte Abschnitt. Ein Funken in der Dunkelheit. Es machte auf sonderbare Art und Weise Klick und ich hinterfragte Dinge im Spiel und begann sie, mit eigenen Ideen meiner aufwachenden Fantasie zu verbessern. Gibt es dort mehrere spielbare Charaktere, weil man ein Gesicht im HUD sieht? Warum gibt es nur sieben (neun!) Waffen? Wieso hat der Charakter nicht mehr Fähigkeiten? Wieso kann der Held da nicht zaubern? Fliegen?

Es folgte eine Litanei an Spielen wie TyrianDuke Nukem 3D, Shadow WarriorQuakeUnreal. Jedes einzelne Videospiel trug dazu bei, meinen Geist mehr und mehr zu einer tausendarmigen Krake werden zu lassen, die voller Inspiration das Videospiel zerlegte und im Geiste wieder so zusammenbaute, wie sie es wollte.

Ein Hoch auf einen Onkel, der sich so etwas notiert – und über 20 Jahre später noch parat hat. Releasedatum von DOOM 2 war in der EU der 10. Oktober, gekauft wurde es am 26. Oktober.

Da alles mit einem Videospiel anfing, ist meine ganzen Ideenwelt auch in meinem Kopf ein Videospiel. Jahre vergingen, die Ideen wuchsen zu einem ganzen Universum. Am Ursprung ändert das nichts: DOOM. Ein Wort, das übersetzt Verhängnis und Verdammung heißt, wurde auch mir zum Verhängnis. Natürlich im besten Sinne.

Also danke, DOOM.