Verlagssuche 2022

Wie guter Wein soll es sein

Verlage, Agentur, alles für die Literatur

Probiertest du schon, das Ding von Amazon?

Ganz sachte ans Eingemachte

Wie guter Wein soll es sein

Im Frost 2020 erschuf ich Gryma von Glyseria und warf sie in einen Kerker, womit das Abenteuer begann. Als Entdeckungsschreiber hatte ich freilich keine Ahnung, wo die Reise hinging. Doch Gryma schlug sich gut und riss mich mit.

Und wie die Worte dahinratterten! Innerhalb weniger Monde war der Erstenwurf fertig. Wie üblich folgte gleich danach die erste Überarbeitung, bei der einige tausend Wörter dem Beil zum Opfer fielen. Da ich aus alten Fehlern lernte, legte ich das Werk dann sofort beiseite. Zu lange schrieb, doktorte und metzgerte ich am damaligen Werk „Die Chronik des Schwarzen Patronus“ rum und verschlechterte es mit jeder Überarbeitung.

Mittlerweile bin ich rigoros. Werk ist im Erstentwurf fertig und Kommentare abgearbeitet? Ab in den Keller zum Reifen! Meist schaffe ich es bei meinen neuen Werken gerade noch bis zur ersten Bearbeitung, ehe mich sämtliche Lust für dieses Werk verlässt. Wie ein Spielzeug, das man einfach nicht mehr sehen kann, weil man schon wieder ein neues ins Auge fasste.

2021 war besonders geprägt von Jack Juster und das verdammte Clusterfuckium, 2022 von Doktor Faustus versus Rasputin. Nachdem ich den Erstentwurf des Zuletztgenannten mit massigen 140.000 Wörtern beendete, kam ich zurück zu Glimm & Gryma – und benannte es zugleich in Glimm von Glyseria um, der Untertitel Band 1: Der Schwarze König blieb.

Wenn es nach der Analyse von Papyrus Autor geht, ist das Werk sogar lesbar! 🥳

Flugs begann ich die zweite Überarbeitung – und was ich mit 63.000 Wörtern begann, ist jetzt mit 53.000 Wörtern rank und schlank. Wie gut ein solches Jahr Abstand doch tut! Das Werk ist jetzt stramm, frei von Infodumps, ohne Langatmigkeit, einfach ein leicht verdauliches Low-Fantasy-Abenteuer.

Neben der Überarbeitung gab es noch Folgendes zu erledigen:

  • Die Hauptseite für Gryma auf der GAME-Seite überarbeiten
  • In diesem Zuge die GAME-Seite generell überarbeiten, aus allen Artikeln Unterseiten machen, damit jede Buchreihe einen eigenen Reiter hat
  • Bild für Coverbild erstellen
  • Bild für Buchrückentext erstellen
  • Diesen Post hier erstellen, inklusive Screenshots (Beschneiden, Blurren sensibler Daten)
  • Vorab noch einen Post auf allen sozialen Netzwerken zur Info, dass GAME umstrukturiert wurde und sich jeder zurechtfindet (sollte nicht all zu schwer sein, duh)
  • Separate Bilder mit Wasserzeichen und Seitenverhältnis 1:1 für die Posts in sozialen Medien vorbereiten (auf dieser Seite hier würden Wasserzeichen nur stören)
  • Twitter-Post vorbereiten (nur 4 Bilder, nur 140 Zeichen)
  • Facebook-Post vorbereiten (1x für GAME, 1x für mich zum Teilen)
  • Instagram-Post vorbereiten (maximal 10 Bilder, Seitenverhältnis am Besten 1:1, maximal 2200 Zeichen und 20 oder so Hashtags)
  • Noch zwei Memes erstellen, auch hier Seitenverhältnis 1:1 da Instagramm sonst gewaltsam schneidet/verzerrt
  • WhatsApp-Status vorbereiten (Wenig Text, Bilder sprechen hier!)
  • Und natürlich das Exposé selbst, dieser verdammte Bastard! 😆Das musste auch noch neu aus dem Boden gestampft werden.
Es frisst schon viel Zeit, ein provisorisches Cover in Inkscape zu erstellen. Man sieht ein fertiges Buch, ein fertiges Bild – die Arbeit sieht aber niemand ⏳😊

Alles mal so neben „Das bisschen Buch schreiben“, wie es viele abtun und belächeln. „Das hätte ich auch gemacht“ – ja, das glaube ich sofort.

Dennoch, ich mache das gerne, und nichts macht mir mehr Spaß. Und der erste Band ist hoffentlich genau das, auf was Verlage gerade Lust haben. Deshalb geht es auch schon los mit der Verlagssuche für dieses Werk!

Verlage, Agentur, alles für die Literatur

Oft werde ich mit einem „Ratschlag“ konfrontiert: Dann schick es halt einfach an den Verlag. Mit genervter Betonung auf einfach. Wer meinem Tun seit einem Zehnerfrost und länger folgt und die Verlagssuche-Posts liest, der weiß, dass dieses Unterfangen nicht so einfach ist.

Viele stellen sich irgendwie als Selbstverständlichkeit vor, als würde jeder Verlag (Jeder? „Ich dachte es gibt da eh nur einen Verlag.“) nur auf mich, und einzig auf mich und mein Werk warten, um mich zum neuen Bestsellerautor zu krönen.

Es gibt Hunderte, wenn nicht Tausende Verlage. Da schreibt man nicht einfach mal so einfach einen an, noch weniger schickt man einfach sein Manuskript hin und kriegt, ebenso einfach, eine Zusage (oder überhaupt eine Antwort) und einen Mond später steht dann einfach so mein Buch in den Verkaufsregalen. Geldsegen vom ersten Buch an, womit ich nach Leistung meiner Unterschrift auf dem Autorenvertrag sofort auch meine Kündigung beim bisherigen Brotjob einreichen kann.

Anstatt als Bettler bei einem Verlag anzukriechen gäbe es noch die Möglichkeit, mittels einer Literaturagentur an einen Verlag heranzutreten. Das ist im Grunde auch Bittstellen, aber mit Extraschritten und einem „Ich habe meinen großen Bruder geholt.“

Dafür muss ich aber erst die Agentur überzeugen, ehe die Agentur den Verlag überzeugt, ehe der Verlag mich mit einem akzeptablem Autorenvertrag überzeugt, ehe das fertige Buch dann auch ausreichend Leser überzeugt, damit der Verlag überzeugt ist, mich weiter zu überzeugen, überzeugt zu sein, weitere Teile zu schreiben.

So ungefähr. Wo die Chancen hingegen höher stehen, ob bei einem Verlag direkt oder einer Agentur, das weiß ich nicht. Erfolge gab es in allen Lagern, mit nur einem Versuch, nach dreißig Versuchen. Gäbe es den besten Weg, wäre er bekannt und würde von jedem gegangen werden 😁

Somit fällt eine komplette Bandbreite an Verlagen aus.

Erste Anlaufstellen sind, wie so oft, Heyne, Blanvalet und Penhaligon – alles Verlage der Penguin Random House Group (die Verlagsgruppe hat gefühlt jedes Jahr ein neues Wort im Namen). Ein Blick in deren FAQ verrät aber seit geraumer Zeit (2019? 2020? Cunt Corona, warst du das?), dass nicht mehr gesucht wird.

Die Auswahl an in Betracht kommender Verlage war recht überschaubar. Ohnehin habe ich das Gefühl, dass meine Suche jeden Frost kürzer wird, sich aber stets aufs Gleiche begrenzt und zur gleichen Liste führt 😁

Erfreulich auch zu sehen, dass die Verlage größtenteils nur noch digitale Zusendungen verlangen. Allein ich habe seit meinen Anfängen 2010 mit meinen ganzen Anschreiben gefühlt schon einen halben Wald gerodet. Ein besonders seriöser Verlag verlangte sogar das ganze Manuskript ausgedruckt, was damals noch 900 Seiten maß! Muss ja nicht sein! Außerdem braucht’s für den von mir genervten Lektor dann nur einen Klick auf „Löschen“, keinen Fingerschnipp zum Praktikanten, der die Einsendung dann schreddert oder in den Kamin feuert.

It’s not even (and never) my final form! Schlimmer noch als ein Buch ist das Exposè zum Schreiben, und da wird nie ein Autor was anderes behaupten 🤓

Freilich existieren im Internet zig Seiten mit Auflistung relevanter Verlage. Aber jeder Verlag muss einzeln geprüft werden. Viele ändern ihr Verlagsprogramm, schließen ganze Sparten, manche suchen derzeit nicht.

Erschreckend ist auch das alljährliche Sterben der Verlage. Das merkt man spätestens dann, wenn deren Internetseite nicht mehr erreichbar ist und Links ins Nihilum führen. Die Gründe sind vielseitig, aber klar ist – alles hat sich verändert und ich habe im Leben meine Perks und Skills definitiv in die falschen Kategorien investiert mit der Entscheidung, Autor werden zu wollen 😅

Und probiertest du schon, das Dingens von Amazon?

Amazon Kindle Direct Publishing, KDP. Selbstpublikation!

Würde ich es darauf anlegen, könnte ich den ersten Band von Gryma von Glyseria wohl in der nächsten Stunde online stellen. Und bisschen Geld verdienen. Aber ich will das Beste für mein Werk. Und wenn ich auf mein Bauchi als letzte Instanz höre, sagt es mir, dass KDP nicht das Beste für mein Buch ist. Vielleicht wird es das mal – jetzt aber nicht.

Lock-In-Effekt in einem Bild. (Photo by Dids on Pexels.com)

Freilich hat es selbst viele Vorzüge, begonnen mit der Kontrolle über alles. Aber ich bin jetzt schon so ein schrecklicher Hansdampf in allen Gassen. Halse ich mir noch die Selbstpublikation auf, endet es mindestens so schrecklich wie damals.

Zudem mag ich keine geschlossenen Systeme, die unmittelbar zum Lock-In-Effekt führen. Aufgrund mangelnden Reichtums nutze ich keine Apple-Produkte, habe schon vor Frösten meinen Kindle verkauft und bin auf Tolino umgestiegen.

So wie ich das System einmal erklärt bekommen habe, gibt es in einer Vermarktungsphase bei KDP eine Zeitspanne, in der man das Buch für mehr oder weniger lau anbietet, um den Verkaufsrang zu erhöhen.

Das halte ich erstens für Schwachsinn, weil es die Leute zu „Muss ich haben, weil billig“ – Käufen animiert. Zweitens investiere ich nicht Fröste an Herzblut in ein Werk, einzig, um es dann auf irgendeiner Plattform wegzubuttern, an Leute, die es nur aufgrund des Schrottpreises kaufen. Ich bin der Letzte, der nicht eine Leseprobe anbietet oder auch mal ein Exemplare verschenkt. Aber mein Schaffen wie Ramschware raushauen ist eine Beleidigung der Kunst.

Lieber kaufen mein Buch nur einhundert Leute, weil sie es wirklich lesen, als fünfhundert Leute des Preises wegen, während es ewig ungelesen in deren Bibliothek versauert. Freilich sind 500 Verkäufe besser als 100, aber da protestiert einfach der (wahre?) Künstler in mir.

Ganz sachte ans Eingemachte

Daher bleiben wir klassisch mit der alten, bittstellenden Leier! 😆 Zeit und Kosten spart, dass ich mittlerweile nichts mehr ausdrucken muss, da die Verlage Manuskript und Exposé, wie erwähnt, digital via PDF wünschen. Somit gibt es für diesen Post keine richtigen Bilder, dafür Screenshots 😊🖼️

So viel Ordnung bei soviel Aufwand 🤓 Man betrachte auch die Zeit – der frühe Vogel, eh? Es wurden noch mehr Dateien, da ich Piper schlecht eine Datei mit „für Verlag Piper“ schicken kann.

Das Werk ist mit seinen knapp über 50.000 Wörtern freilich ziemlich kurz und ich bin mir auch nicht ganz sicher, ob es nicht schon fast nur eine Novelle ist?

Dennoch. Ein überschaubar großes, leicht verdauliches Buch könnte für mich sprechen, da Verlage (angeblich) zögerlich sind, wenn ein Neu-Autor daherkommt und als Erstlingswerk stolz wie Bolle einen Klotz von 150.000 Wörtern auf den Tisch trümmert.

Ansonsten denke ich, durch die Suche schon eine einigermaßen gute Nase für Verlage zu haben. Wenn mich die Cover der Bücher schon schaudern lassen, die Verlagsbewertungen der Leser unterirdisch sind, oder gar die Autoren schon über einen Verlag herziehen und ein Shitstorm den nächsten jagt – nein, danke.

Seite für Seite durchackern und offizielle Seiten aufsuchen. Dann: Sucht ein Verlag? Verlegt er noch Fantasy? Gibt es den Verlag überhaupt noch? Sucht er ganz spezielle Fantastik? 🔍

Oder gar zu überschwänglich komische Namen. Ich nenne hier keine echten Namen, aber wenn sich ein Verlag Drachenbluttrinker-Verlag oder Dark Soul Verlag nennt, bin ich leider raus. Das sind meistens auch die Verlage, die nach zwei Frösten ihre Pforten schließen. Das wäre ungefähr so, als würde man sich beim neuen Job mit der Email-Adresse leichenritt666D34TH@adresse.de bewerben. Jup. Genau deswegen 🤷😁

Demnach ergab sich folgende Auflistung:

Mein OCD zwang mich dazu, die Verlage alphabetisch zu sortieren 😄 Einziger Störfaktor ist die allererste Zeile von Bastei Lübbe, da sie nicht eingerückt ist wie der Rest.

Ansonsten dürfte dies das Ende dieser Seite sein – alle Verlage verlangen im Grunde die gleiche Zusendung, mit minimalen Abwandlungen. Jeder verlangt ein Exposè und eine Leseprobe, der Verlag Piper zusätzlich noch eine Vita. Ich hasse diesen Part der Vita, da mein Dasein nicht auf irgendwelche heldenhaften Titel, Errungenschaften oder Weltverbesserungen basiert. Ich bin einfach ein normaler Typ, der eben bisschen Fantasie hat.

Ob ich ansonsten einen Favoriten habe? Ehrlich gesagt nein – ich denke ich wäre bei jedem dieser Verlage gut aufgehoben 😊

Präpariert, hochgeladen und letztlich gesendet wurde all dies Mitte Mai 2022. Genauer gesagt am Freitag, den 13. Mai 2022 🍀 Sollte sich etwas ergeben, etwa eine Bestätigung, eine Antwort jedweder Art, werde ich es in der Liste unten vermerken.

Bastei Lübbe

  • Freitag, 13. Mai 2022: Exposè / Leseprobe auf digitalem Wege via Webupload gesendet

Droemer Knaur

  • Freitag, 13. Mai 2022: Exposè / Leseprobe auf digitalem Wege via Webupload gesendet

Klett-Cotta

  • Freitag, 13. Mai 2022: Exposè / Leseprobe auf digitalem Wege via Email gesendet

Piper

  • Freitag, 13. Mai 2022: Exposè / Leseprobe / Vita auf digitalem Wege via Email gesendet